Airless Rooms

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How it works and how it feels

wand s t ü c k e

Wenn aus Fassaden Wege werden, ändern sich die Laufrichtungen, surreal, kafkaesk vielleicht auch verheißungsvoll. Kann ein Wechsel der Perspektive den Rhythmus der Stadt ändern? Aus Unten wird Oben, aus Innen wird Außen –

Shopping Zone

Angstwände  – Verschiebungen – horizontalvertikale Grenzanlagen

Glaucons Dream

The Camera is mounted vertically at the front of the house. The view goes upwards in a vertical direction. The people are tenderly mounted in the scene to create the feeling of an enclosed room …

Glaucons Question

Platons Höhle

„Stelle dir die Menschen vor in einem unterirdischen, höhlenartigen Raum, der gegen das Licht zu einen weiten Ausgang hat über die ganze Höhlenbreite; in dieser Höhle leben sie von Kindheit, gefesselt an Schenkeln und Nacken, so dass sie dort bleiben müssen und nur gegen vorwärts schauen, den Kopf aber wegen der Fesseln nicht herumdrehen können; aus weiter Ferne leuchtet von oben her hinter ihrem Rücken das Licht eines Feuers, zwischen diesem Licht und den Gefesselten führt ein Weg in der Höhe; ihm entlang stelle dir eine niedrige Wand vor. An dieser Wand tragen Menschen mannigfache Geräte vorbei, die über die Mauer hinausragen, alles Mögliche, alles künstlich hergestellt. – Die Gefesselten gleichen uns! Denn sie sehen von sich und den anderen nichts außer den Schatten, die von dem Feuer auf die gegenüberliegende Wand geworfen werden.

Platon, ca. 380 v. Chr.

Die Wand ist Projektionsfläche unserer alltäglichen Illusionen, die Schatten spielen in einer anderen Welt in eigentümlich perspektivisch verzehrtem Glanz mit unseren Erfahrungen. Die Fassaden vieler Hochhäuser sind solche Projektionsflächen.

The Yellow Cab ↓

The Yellow Cab

„Architektur steht bei den Arbeiten von Klaus Pfeiffer im Fokus. Dabei nutzt er die konstruierten Formen als Grundlage für neue Bildräume, die realiter so nicht existieren. Durch spielerische Täuschungen und außergewöhnliche Ausschnitte löst er die Statik der Formen auf und verleiht der Klarheit etwas Lebendiges. In seiner Arbeit „The Yellow Cab“ wird der Bezug zur Wirklichkeit durch ein Detail aufgehoben – erst bei genauerem Hinsehen fällt das gelbe Taxi auf, welches in einer Fensteröffnung zu parken scheint.

(Vernissage Ausstellungen 1/13 21. Jg., S. 24)

Höhlenausgänge

Die Höhle als Schutzraum, als Ort, an dem die Weichen gestellt werden für die menschliche Kultur —

Zarathustras Dream

„Ach“, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, dass ich Angst hatte, ich lief weiter und war glück­lich, dass ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, dass ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.“ – „Du musst nur die Lauf­richtung ändern“, sagte die Katze und fraß sie.

Franz Kafka, 1920

   Blackbird

Gibt es eine Welt hinter der illusionären Wirklichkeit? Spielplätze des Sehens …

E c h o e s

Gibt es ein visuelles Echo?

Wie wird unser Sehen reflektiert?

Kann man den visuellen Widerhall  an unseren Horizonten sichtbar machen?

fading out

Im Mythos misstraut der selbstverliebte Jüngling Narziss der erkennenden Kraft der Wiederholung und lässt das Echo in Gestalt einer Nymphe elend sterben. Doch am Ende verwandelt sie sich in ein verführerisches Bild und erlangt so Ewigkeit. Der Spiegel ist das Medium des visuellen Echos. Wände sind uns Projektions- und Illusionsräume → Echoes.

Platons Höhle

Bemerkungen zu Platons Ideenlehre und zur Fotografie

von Klaus Pfeiffer

Hinter der wahrnehmbaren sichtbaren Welt sieht Platon ein unsichtbares Reich der Ideen. Den Zugang dazu finden wir allein mit der Vernunft. Platon sieht die noetische Welt als das wahre Sein. Die sichtbare, sinnlich erfahrbare Welt fügt sich zusammen aus Abbildern der Ideen. Im Höhlengleichnis macht Platon die Abbilder der Welt zu Schatten, zu Phantomen einer verschlossenen Wirklichkeit. Die Fotografie sucht seit ihren Anfängen nach Höhlenausgängen, sucht die Wirklichkeit mit Hilfe wachsender technischer Möglichkeiten abzubilden. In Platons Sinne scheitern die Reproduktionsversuche an der unüberwindbaren Wand zwischen Sein und Schein. Die wahrnehmbare Welt versteht Platon in einem ständigen Veränderungsprozess, die Welt der Ideen ist dagegen von beständiger Unveränderlichkeit – das Sichtbare ist flüchtig und zerfließt in unseren Händen, vor unseren Augen, die Gründe des Sichtbaren jedoch sind fest, bleiben aber im Verborgenen. Die Fotografie ist jedoch nicht nur ein Kampf gegen die Windmühlen der Wirklichkeit mit technischen Mitteln. Sie ist auch ein Verlassen unserer gewohnten Wahrnehmungsmuster um zu verstehen, was denn nun die Wirklichkeit hinter unseren wahrgenommenen Erscheinungen sei. Fotografie ist ein Weg aus dem Vertrauten, Bequemen ins Unbekannte – Unsicherheit und Angst gehören dazu. Die entfesselten Höhlenbewohner richten ihre ersten Blicke in das Licht der Erkenntnis und es kommt zur Blendung (Unverständnis). Der weitere Aufstieg aus der Höhle erhält seine Motivation und seinen Optimismus durch ein weiteres Geheimnis, das Platon in seinem Gleichnis lüftet: Erkennen ist eigentlich Wiedererkennen. Das Auge des Fotografen enthält dieses Geheimnis: die Suche nach einer Welt hinter der Welt umschreibt den Geist, den Fotografie transportiert.

Die Menschen in der Höhle sind wir (Platon)

 

„Wenn Menschen ernst machen, entlarven und die nackte Wahrheit fordern, wiederholen sie im Geist einen Auszug aus dem bergenden Dunkel – wie bei der Geburt. Um eine Welt zu haben, muß ich die Höhle verlassen.“ (Hans Blumenberg, Höhlenausgänge)